Hier haben wir ein paar hilfreiche Ratschläge für Sie:

Quelle: MM
Quelle: MM

Wetterlage

Informieren Sie sich vorab über die Wetterlage. Im Winter, Frühjahr und im Herbst kann das Wetter im Gebirge recht schnell umschlagen und Sie und Ihren Hund in Bedrängnis bringen. Beobachten Sie den Himmel. Auch wenn es am Morgen noch sonnig und trocken aussieht, können sich unerwartet schnell Nebel und Wolken bilden. Plötzliche Gewitter und Unwetter mit starkem Regen können Sie in Gefahr bringen.
Wichtig: Ziehen Sie auch das Verhalten Ihres Hundes bei Gewitter in die Wanderplanung mit ein! Es gibt Hunde, die hier sehr ängstlich reagieren. Hinzu kommt, dass auf Mallorca viele Jäger unterwegs sind und ein Hund, der das nicht kennt, kann hier ähnlich wie bei dem Grollen des Donners schon einmal schreckhaft oder ängstlich reagieren.

 

Nie alleine wandern

Versuchen Sie immer mit mindestens einer Begleitung zu wandern. Am Wochenende sind Wanderwege zwar oft gut besucht, aber an Wochentagen sind Sie bei einem Notfall meist auf sich selber angewiesen, sollten Sie sich einmal den Knöchel verstauchen oder Ihr Hund verunglücken.

 

Kondition
Die als einfach gekennzeichneten Wanderungen verlangen keine besondere Anforderung an Ihre Kondition oder die Ihres Hundes. Zwar gibt es hin und wieder leichte Steigungen, aber diese dauern nur wenige Minuten. Die als mittelschwer gekennzeichneten Touren beinhalten hingegen zum Teil Steigungen, die in etwa eine halbe Stunde dauern können. Eine gewisse Trittsicherheit und Grundkondition sind Voraussetzung. Ihr Hund wird vermutlich weniger Probleme damit haben als Sie. Nehmen Sie sich daher Zeit und legen Sie ausreichend Pausen ein. Ihr Hund wird je nach Wärme stark hecheln, um seinen Wärmehaushalt auszugleichen. Lassen Sie ihn immer wieder trinken. Die wenigen schwierigen Wanderungen stellen an Sie und an Ihren Hund in Abschnitten hohe Ansprüche und sollten daher gut vorbereitet werden.

 

Funklöcher

Je nach Standort kann es Ihnen passieren, dass Sie sich in einem Funkloch befinden. Daher ist ein zweiter Wanderer wichtig, der solange läuft bis er Empfang hat oder direkt Hilfe herbeirufen kann. Im Notfall rufen Sie die 112, hier wird auch deutsch gesprochen. Versuchen Sie zu beschreiben, wo Sie sich befinden, was nicht immer leicht ist.

 

Picknickplätze auf den Balearen (Áreas recreativas)

Während der Wanderungen werden Sie immer wieder an Rastplätzen vorbeikommen. Hier findet man eine Auswahl von Tischen und Bänken, WC, Quellen, Grillplätze, Duschen, Spielplätze, Sportplätze, Behindertenparkplätze. Oftmals werden Sie auf Schautafeln lesen, dass Hunde hier nicht erlaubt sind. Sie werden aber auch bemerken, dass viele Einheimische sich nicht daran halten und ihre Hunde mitnehmen. Anscheinend sagt niemand etwas. Kontrollen sind den Autorinnen nicht bekannt. Aber es ist ratsam, sich an die Regelungen zu halten und etwas abseits zu rasten.

 

Krankheiten

Die meist verbreitete Krankheit im gesamten Mittelmeerraum ist die in Deutschland eher unbekannte Leishmaniose. Hierbei handelt es sich um einen Parasiten, der durch die 3 verschiedenen Sandmückenarten, die auf Mallorca vorkommen, übertragen wird. Die Inkubationszeit liegt zwischen 4 Wochen bis zu 7 Jahren. Vor allem auf dem Land können Sie immer wieder Hunden begegnen, deren Erscheinungsbild eindeutig auf Leishmaniosebefall hindeuten. Die auffälligsten Erscheinungsbilder sind: starker Haarausfall, schorfige und kahle Stellen an Ohren und Augen, Schuppen und Krustenbildung, schnell wachsende Krallen, starke Abmagerung, Lymphknotenvergrößerungen, Durchfall. Hautveränderungen sind bei 60 % aller Krankheitsfälle festzustellen. Bluttests auf Antikörpertiter geben Auskunft, ob ein Hund befallen ist. Bei Nichtbehandlung verläuft die Krankheit tödlich, da fast immer auch Organe betroffen sind. Allerdings gibt es sehr kostengünstige und effektive Medikamente vor Ort, die die Krankheit eindämmen und unter Kontrolle halten und in Form von Kuren oder Langzeitmedikamentierung erfolgt. Eine Übertragung auf den Menschen oder andere Tiere gilt als nicht belegt. Eine Möglichkeit Ihren Hund vor dem Befall zu schützen, ist das Anlegen eines Halsbandes der Marke Scalibor® - Protectorband, die damit wirbt die Sandmücke zu vertreiben. Wir haben damit seit Jahren gute Erfahrungen gemacht, auch wenn es Stimmen gibt, die gegen diese Halsbänder sind und deren Wirkung bestreiten. Da die Sandmücken ab April bis Oktober, wenn es wärmer wird, in der Abenddämmerung aktiv sind, halten Sie Ihren Hund nachts vorsorglich im Haus und schlafen Sie und Ihr Hund unter einem Moskito-Netz.
Positiver Nebeneffekt des Protectorhalsbandes: es hilft auch gegen Zecken (Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose, Herzwurm etc). Legen Sie das Band am besten schon 1-2 Wochen vor Abreise zu Hause an, damit sich der Wirkstoff gut auf der Haut verteilen kann. 

Infos unter: www.scalibor.de

 

Wichtig: Leptospirose, Parvovirose, Staupe und Tollwut sind gängige Impfungen in Deutschland, die ebenfalls auch auf Mallorca empfohlen werden. Informationen zu weiteren Mittelmeerkrankheiten finden Sie unter: http://www.petsontour.de/ta/land/spanien.htm


Tollwut ist bei Einreise nach Mallorca eine Pflichtimpfung!

 

Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

Prozessionsspinnerraupen (Processionarias)

Mit Beginn der warmen Jahreszeit im Frühling kommen auf Mallorca neben den bekannten „Plagegeistern" auch die weitaus gefährlicheren Prozessionsraupen vor. Sie sind mit Vorsicht zu genießen, da schon bei leichtem Hautkontakt mit den Brennhaaren der Raupen eine starke allergische Reaktion hervorgerufen werden kann. Schon im Januar sieht man in den Ästen der Pinien ihre weißen, watteartigen Nester. Im Februar verlassen die Raupen ihr Nest und beginnen mit ihrer Wanderung (Prozession) vom Baum zum Boden, um sich dort zur Verpuppung zu vergraben. Fassen Sie die Raupen nicht an oder versuchen Sie nicht, diese mit dem Schuh wegzuschieben. Die Raupen können ihre Brennhaare aktiv ausschleudern. Eine kurze Berührung reicht aus, um stärksten Juckreiz auszulösen, dem meist ein Hautausschlag folgt. Unsere Hunde sind extrem gefährdet, wenn sie mit der Nase am Boden schnüffelnd herumlaufen oder gar eine Raupe verschlucken. Beobachten Sie in dieser Zeit Ihren Hund: reibt er Nase und Schnauze ständig am Boden, schwellen Zunge oder Kopf stark an, dann sind das erste Anzeichen für einen möglichen Kontakt mit den Prozessionsraupen. Daraus können sich noch schwerwiegendere Krankheitsbilder wie Schwindel, Fieber, Augenentzündungen, Asthmaanfälle, Erstickungsgefahr (durch Anschwellen der Zunge) und Schock entwickeln. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme ist, die betroffenen Körperteile mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Auf jeden Fall sollte schnell ein Tierarzt aufgesucht werden, der über die weitere Behandlung entscheidet. 

Vorbeugen kann man durch die Vermeidung von Spaziergängen in Gegenden mit viel Pinienbestand. Auch Spaziergänge bei windigem Wetter im weiteren Umkreis von befallenen Kiefern können riskant sein. Niemals sollte man eine Raupenprozession ohne entsprechende Schutzkleidung stören oder entfernen. 

Die Inselregierung stellt seit Jahren Pheromonfallen auf, um die Plage zu bekämpfen (siehe Foto links). Diese Fallen sollen den männlichen Falter anlocken, so dass die Anzahl der Paarungen und somit die Anzahl der Nachkommenschaft reduziert wird.

Man sieht diese Fallen vor allem im Gebirge an den Bäumen hängen, aber auch oft an den kleineren Wegen im Inneren der Insel. Mancherorts ist die Prozessionsraupe so verbreitet, dass die Inselregierung Insektizide per Hubschrauber versprühen lässt, was für Mensch und Tier ungefährlich ist. Die Brennhaare der Prozessionsraupe bleiben trotz dieser Maßnahmen ein Problem, da sie mehrere Jahre intakt und irritativ bleiben können.

 

Verletzungen oder Wunden
Entfernen Sie den Fremdkörper (Steinchen, Dornen, Scherben) wenn er nicht zu tief eingedrungen ist (sonst Tierarzt aufsuchen). Die Haare um die Wunde herum sollten kurz geschnitten werden. Spülen Sie die Wunde mit reichlich Mineralwasser und desinfizieren Sie sie danach. Dabei die Wundfläche nicht reiben.
Große Wunden oder Wunden an Stellen, die ständig Verschmutzung ausgesetzt sind, sollten verbunden werden. Achten Sie darauf, dass der Verband nicht einschneidet oder Druckstellen verursachen kann. Pfotenschuhe sind hilfreich.
Wunden, die groß oder tief sind, deren Ränder weit auseinanderklaffen, die stark bluten oder stark entzündet sind, müssen unbedingt von einem Tierarzt behandelt werden.

 

Andere Gefahren

Mögliche Gefahrenquellen bei einer Wanderung können sein: unwegsames Gelände, hohe Felsvorsprünge, Wildtiere, Fahrzeuge, Gift und kleinere Höhlen. Auch kann Ihr Hund eine Gefahr für andere darstellen, indem er Menschen, andere Hunde, Reiter, Wildtiere und besonders Schafe und Ziegen, die in den Bergen leben, erschreckt oder gar jagt. Wenn Ihr Hund Schafen hinterher läuft, machen Sie sich äußerst unbeliebt bei den Bauern, da die Tiere sehr empfindlich sind. Weibliche und trächtige Schafe, die von Hunden gehetzt werden, neigen zu Früh- und Todgeburten. Daher sollten Sie nicht nur zum Wohle Ihres Hundes, der Gefahr läuft in der Nähe von Höfen vom Schafsbesitzer erschossen zu werden, auch das Wohlergehen der Schafe in Betracht ziehen.

Jäger stellen ebenfalls eine theoretische Gefahr dar, denn das ganze Jahr über werden verschiedene Tierarten wie Kaninchen, Hasen, Singdrosseln, Rothühner und vermehrt nun auch Wildziegen gejagt. Zwar ist uns in all den Jahren selten ein Jäger in den Bergen begegnet und auch kein Abschuss durch Jäger bekannt, aber man muss davon ausgehen, dass jagende Hunde erschossen werden. 

Die offizielle Jagdsaison ist auf Mallorca von Mitte Juli bis Ende Januar. Viele Grundstücke und Gebiete sind mit Schildern markiert, auf denen z.B. steht: "coto privado de caza" - Privates Jagdgebiet. Oft sehen Sie aber nur kleine Schilder bestehend aus einem schwarzen und weißen Dreieck. Hunde hier unbedingt anleinen!

 

Bitte immer beachten:

Bleiben Sie immer auf den Wegen. Hinterlassen Sie Tore oder Gatter so, wie Sie sie vorgefunden haben: geschlossen oder geöffnet. Bei Bedarf respektieren Sie natürlich auch Privatgelände: "prohibido el paso" - Durchgang verboten!