Eine wichtige Aufgabe: der Tierschutz

Tierschutz auf Mallorca durch Baldea

Tierschutz heißt ganz konkret Information und Bewusstseinsveränderung der Bevölkerung und der Regierung auf Mallorca. Petra Steiner ist seit Anfang 2007 ehrenamtlich aktiv bei Baldea tätig. Baldea ist der Dachverband der balearischen Tierschutzvereine. Dieser Dachverband, der Ende 2005 gegründet wurde, versucht das Bewusstsein der Bevölkerung und der Politiker hinsichtlich artgerechter und verantwortlicher Umgangsweise von Haus- und Nutztieren zu ändern. Obwohl Baldea nur aus einer Handvoll ehrenamtlicher und 2 festangestellten Mitarbeiterinnen besteht, konnte der Dachverband schon einige kleine Erfolge verbuchen. Er steht direkt in Kontakt mit den Regierungsvertretern. Vor den Landtagswahlen 2007 unterbreitete Baldea den Politikern Vorschläge zur artgerechten Haltung von Haustieren und Verbesserungsvorschläge zum Thema staatliche Tierauffangsstation Son Reus. Er erarbeitete 2008/2009 für die Inselregierung eine flächendeckende Studie, die als Grundlage für einen Tierschutzplan gelten soll und die eine Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse der Gemeinden und Tierschutzvereine beinhaltet. Der Inselrat hat Baldea den Bau eines weiteren staatlichen Tierheimes zugesagt. Baldea wird bei der Umsetzung den Verantwortlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Einen Großteil der Zeit verbringt Baldea damit Tiermisshandlungen oder nicht artgerechter Haltung von Tieren nachzugehen. In den Jahren 2008/2009 wurden mehr als 150 Fälle bearbeitet. Ebenso ist Baldea die Überarbeitung des balearischen Tierschutzgesetzes ein Anliegen, um u.a. das Einschläfern von Haustieren eines Tages völlig einzustellen oder das permanente Anleinen oder Einsperren von Hunden zu verbieten, das Züchten von Tieren zu kontrollieren oder Maßnahmen zu ergreifen, den Verkauf und die Haltung von exotischen Tieren zu kontrollieren und vieles mehr. Neben der wichtigen politischen Arbeit ist eine weitere Säule von Baldea die Aufklärungsarbeit. Ziel ist es, an die Schulen zu gehen und dort Aufklärungskampagnen zu starten, damit die zukünftige Generation verantwortungsbewusst mit Tieren umgeht. Durch die Anstellung einer Tierärztin, deren Arbeit darin besteht Kastrationen von verwilderten Hauskatzen vorzunehmen und tierärztliche Berichte bei schlechter Tierhaltung zu erstellen, hofft Baldea einen großen Schritt machen zu können, die Situation der Tiere auf der Insel zu verbessern. Baldea versucht auch auf Gemeinden einzuwirken, um öffentliche Auslaufgebiete für Hunde einzurichten oder den Transport von Haustieren in öffentlichen Verkehrsmitteln zu erlauben oder das Einrichten einer Tierschutzbehörde zu veranlassen. Am 12. September 2008 würdigte die Regierung das erste Mal in der Geschichte Mallorcas die Arbeit der Tierschützer, indem sie Baldea im Rahmen des „Dia de Mallorca" die Auszeichnung „Los Premis Jaume II" verlieh. Diese Auszeichnung nahm der Verband gerne stellvertretend für alle Tierschutzvereine an. Wenn Sie mehr über Baldea erfahren möchten, besuchen Sie die Homepage:

 

www.baldea.org
www.baldea.org

Wie Sie aktiv den Tierschutz auf Mallorca unterstützen können

Warum sollten wir Hunde aus dem Ausland nach Deutschland holen, wenn selbst hier die Tierheime überfüllt sind? Dies ist eine berechtigte Frage!

Es gibt nicht wenig Stimmen, die es nicht gutheißen, Hunde und Katzen nach Deutschland zu schicken. Diesem Ansatz stimmen wir grundsätzlich zu, da hiermit nicht die Ursache auf der Insel oder in anderen südlichen Ländern bekämpft wird, sondern das Übel oft nur verlagert wird. Es ist eine reine Symptombekämpfung einer Gesellschaft, die sich Tiere als Kinderspielzeug oder aus einer Laune heraus anschafft und genauso schnell wieder entsorgt. In deutschen Tierheimen gibt es eine Flut an Tieren, die auf ein neues Zuhause warten. Sollten Sie Interesse daran haben, einen Hund zu adoptieren, schauen Sie bitte immer erst in einem Tierheim in Ihrer Nähe nach, ob Sie einen passenden Hund finden. Doch leider gibt es gerade in Tierheimen in den Großstädten viele "Kampfhunde", die über Jahre dort verweilen. Kleinere Hunderassen oder gar Welpen trifft man hier meist weniger an oder sie sind sehr schnell vermittelt.

Auf Mallorca werden sehr viele Hunde, die kaum wenige Tage alt sind, schon ausgesetzt oder in Müllkontainern entsorgt. Oder sie werden auf Fincas in kleinen, betonierten Zwingern gehalten, wo sie sich mehr oder weniger selber überlassen werden. Diese Tiere haben wenig bis gar keinen menschlichen Kontakt. Manche werden zu Streunern oder landen in den Tierheimen, in welchen sie nach längstens 21 Tagen getötet werden. Diese Straßenhunde sind aufgrund ihrer Lebensumstände meist sehr gut sozialisiert. Sie sind selten aggressiv, aber ihnen fehlt meist der Zugang zum Menschen. Daher muss man sich oft intensiver um diese Hunde kümmern, Vertrauen aufbauen und besonders geduldig mit ihnen sein. 

 

Die lebenslange Verantwortung für ein Tier zu übernehmen muss vielen Menschen erst beigebracht werden und ist leider nicht nur ein spanisches Problem. Die deutsche oder die mittel - und nordeuropäischen Gesellschaftsstrukturen besitzen allgemein mehr Kenntnisse über die Bedürfnisse ihrer Haustiere. Aus diesem Grund ist das Adoptieren von Haustieren aus dem Ausland nach wie vor ein kurzfristiges Mittel, das Leiden der spanischen Tiere in Einzelfällen zu mindern. Wir wollen die Übernahme von Flugpatenschaft nicht fördern, Sie können damit aber derzeit noch den Tierheimen der Insel helfen, ihre vermittelten Hunde auszufliegen. Unser Ziel ist es natürlich, dass dies auf Dauer nicht mehr nötig sein wird. Möchten Sie aber unterstützen oder haben sich für eine Auslandsadoption entschieden, informieren Sie sich bitte bei den örtlichen Hilfsorganisationen oder auch auf der Internetseite von Baldea. Hier sind alle Tierheime Mallorcas aufgelistet. Es ist wichtig, sich kritisch mit der Auslandsadoption auseinanderzusetzen und sich intensiv zu informieren, bevor man ein Tier mit nach Deutschland nimmt. Eine Aufklärung zu den zum Teil unbekannten Hunderassen sowie insbesondere auch zu den Mittelmeerkrankheiten gehört zu einem verantwortungsvollen und sachkundig durchgeführten Auslandstierschutz.

 

Aktiver Tierschutz fängt bei uns durch das Vorleben an. Durch Ihr Vorbild und den positiven Umgang von "Mensch und Hund" sieht der Mallorquiner, dass ein Hund unser Partner ist.

 

Was können Sie noch tun?

 

  • Sehen oder finden Sie Hunde in wirklich erbärmlichen Zuständen, melden Sie diese bitte bei einem naheliegenden Tierheim oder bei der lokalen Polizei. (Bedenken Sie aber, Kettenhaltung ist auf Mallorca erlaubt. Genauere Informationen finden Sie bei www.baldea.org)
  • Sehen Sie in den warmen Sommermonaten Hunde in Autos sitzen, ohne Frischluft und vielleicht sogar der Sonne ausgesetzt: rufen Sie bitte die lokale Polizei zur Unterstützung.
  • Kaufen Sie keine Tiere auf den Märkten oder in den Zoohandlungen oder Einkaufsmärkten. Hunde werden hier als Gebärmaschinen missbraucht und unzählige Welpen in Glasvitrinen zum Kauf angeboten.
  • Gehen Sie mit Ihrem Hund vorbildlich in der Öffentlichkeit um.
  • Unterstützen Sie Baldea oder ein örtliches Tierheim mit Spenden (Sach- oder Geldspenden) oder durch Sponsoring. Jeder Euro hilft aktiv die Situation vor Ort zu unterstützen.