Im Allgemeinen hat der Hund einen anderen Stellenwert als bei uns. Dies ist kein Geheimnis und wird Sie wenig überraschen. Im Süden Europas ist der Hund nur selten der beste Freund des Menschen.
Den Mallorquinern fällt es schwer, uns und unseren Umgang mit Hunden zu verstehen. Wir glauben, sie halten uns schon für ein wenig „loco" (verrückt!), wenn sie uns beobachten. So modern die Insel
in einigen Bereichen scheint und ist, im Umgang mit Tieren ist man gerade im ländlichen Bereich doch viele Jahre zurück und man darf bitte nicht dasselbe erwarten wie bei uns zuhause!
Auf Mallorca findet man unterschiedlichste Situationen vor, auf die man als Hunde- und Tierfreund eingestellt sein sollte. Wenn man weiß, was einen erwarten kann, so kann man mit der jeweiligen
Situation ggf. besser umgehen.
Im Süden der Insel, speziell in Palma, sowie in den Bereichen mit vielen deutschen oder englischen Residenten, wird man zumindest auf den ersten Blick wenig Unterschiede zu den Gegebenheiten in
Deutschland feststellen. Als Urlauber nimmt man die Insel ein wenig anders wahr, als wenn man sein Alltagsleben dort eingerichtet hat. Doch es hat sich durch gute Vorbildleistung und zunehmende
Berichte in den Medien viel in den letzten Jahren getan. Man beobachtet immer öfter Einheimische, die sich bei den Spaziergängen und Wanderungen dazugesellen.
Der Hund in der Öffentlichkeit:
Grundsätzlich werden kleine Hunde, wie der auf Mallorca typische Ratero, gern genauso verhätschelt wie in Deutschland. Kleine Hunde gelten auch auf der Insel als ungefährlich und niedlich, wobei
jeder Hundebesitzer weiß, dass gerade die Kleinen oft genug zickig und aggressiv sein können.
Hunde werden in der Öffentlichkeit geduldet, dürfen aber längst nicht alles, was Sie aus Ihrem Heimatland kennen! Sie werden nicht überall gern gesehen und bestimmte Orte sollten Sie im Interesse
Ihres Hundes und in Ihrem eigenen Interesse einfach meiden, bzw. Sie sollten darauf vorbereitet sein, dass man Ihrem Liebling nicht immer die große Wertschätzung entgegen bringen wird wie er es
gewohnt ist. Nicht jeder muss Ihren Hund genauso mögen wie Sie es tun.
Das Schicksal der Hunde auf Mallorca
Auch auf Mallorca gibt es ein Tierschutzgesetz, das den Tierhaltern eine artgerechte Haltung ihres Hundes vorschreibt. Doch
dieses Gesetz wird nicht kontrolliert und daher auch nicht eingehalten. So leben hier die meisten Tiere einsam und ohne menschliche Zuwendung vor sich hin - an viel zu kurzen Eisenketten oder in
viel zu kleinen Verschlägen. Zumeist haben sie nur eine Teertonne als Behausung, die sie gegen Regen und Sonne schützen soll und nur mit spärlicher Versorgung an Futter und Wasser.
Hundehaltung scheint gerade auf dem Land obligatorisch zu sein - angeschafft als Spielzeug fürs Kind, zur Bewachung einer baufälligen Finca, zur Jagd oder auch nur mal so. Nur wenige Tiere sind
kastriert. Häufig bekommt man Welpen geschenkt. In den Tierhandlungen kann man hier immer noch Rassewelpen aber auch erwachsene Hunde aus Glasvitrinen kaufen.
Die meisten einheimischen Hundehalter fackeln nicht lange, wenn sie der Tiere überdrüssig sind: Allein auf Mallorca werden pro Jahr etwa 7.000 Hunde ausgesetzt, befreien sich selbst von ihren
Ketten oder Gefängnissen oder werden in den Tötungsstationen abgegeben zur Entsorgung.
Dieses Tierelend sieht der normale Strandtourist nicht, dafür ist gesorgt. Alle ausgesetzten Hunde werden sofort von den Gemeinden eingefangen, sie werden dann zumeist unter erbärmlichen
Umständen laut Gesetz 21 Tage verwahrt, falls der Besitzer sich meldet. Dann werden sie getötet.
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